5. - 29. Juni 2013
von Markus Keller
unter Einbezug der Aufzeichnungen von Hans-Joachim Frick
Der 75-jährige Schauspieler Curd Hagen sitzt in seiner Garderobe in einem mittelgrossen Stadttheater und stimmt sich auf seine letzte Vorstellung ein. Bis zu seinem Auftritt als Bruscon in dem Stück «Der
Theatermacher» von Thomas Bernhard dauert es noch neunzig Minuten. Seine grosse Hassliebe, die Garderobiere Peggy Holzinger ist ihm beim Anziehen des Kostüms behilflich und versucht einmal mehr, ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Seit fünfunddreissig Jahren ist Curd Hagen an diesem Hause tätig. Er hat unzählige Rollen gespielt, ist in avantgardistischen Stücken, in grossen Klassikern, in Operetten und Musicals aufgetreten. Hagen ist bei den Zuschauern äusserst beliebt, und man bedauert seinen Abschied von der Bühne sehr. Er selbst findet jedoch, dass es nun wirklich an der Zeit ist aufzuhören, und er will sich vermehrt seiner Rosenzucht widmen und endlich all die Bücher lesen, die er schon immer lesen wollte. Der Intendant des Theaters hat zusammen mit dem Bürgermeister für den heutigen Abend eine grosse Abschiedsfeier geplant und sucht Curd in seiner Garderobe auf, um ihm die nötigen Anweisungen zu geben. Bald darauf taucht auch die junge Schauspielerin Linda Brandtner auf, in die sich der alte Hagen während der Probezeiten gegen seine Vernunft nun doch verliebt hat. Der Regisseur des Stückes, mit dem sich Hagen notorisch gestritten hat, macht ihm ebenfalls seine Aufwartung. All diese Besucher müssen sich, ob gewollt oder nicht, unzählige Geschichten und Anekdoten aus Hagens Leben anhören. Je näher nun der Zeitpunkt seines Auftretens rückt, desto mehr wird er sich der Tragweite seines Entschlusses bewusst…
Inszenierung: Markus Keller
Besetzung:
Curd Hagen: Hans-Joachim Frick
u.a.
Bühnenbild: Peter Aeschbacher
Kostüme: n.n.
Uraufführung