Stück

Der Kirschgarten

27. April - 28. Mai 2013

von Anton Tschechow
Bearbeitung für DAS Theater an der Effingerstrasse: Stefan Meier

Russland um 1900. Nach fünfjährigem Aufenthalt in Frankreich kehrt Ljubow Andrejewna, verwitwete Besitzerin eines Landgutes, auf ihr Anwesen zurück. Sie hatte es Hals über Kopf mit ihrem neuen Geliebten verlassen, nachdem ihr Mann gestorben und ihr siebenjähriger Sohn im Fluss ertrunken war. Da ihre Familienmitglieder und sie weit über ihre Verhältnisse gelebt haben, ist das Gut hoch verschuldet und zu einem bereits festgelegten Termin zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben. Der reiche Kaufmann Lopachin, der hier als Sohn eines ehemaligen Leibeigenen aufgewachsen ist, weist ihr den ökonomisch einzig sinnvollen Ausweg. Sie soll den – in seinen Augen nutzlosen und unprofitablen – Kirschgarten, welcher der Schönste im Gouvernement ist, abholzen und das Gelände als Bauland für Sommerhäuser parzellieren und verpachten. Doch weder Ljubow Andrejewna noch ihr lebensuntüchtiger Bruder Gajew können sich vom Kirschgarten trennen. Beide lehnen den Vorschlag ab. Während im Gutshaus ein letztes Fest stattfindet, kommt das Anwesen unter den Hammer. Lopachin selbst erwirbt das Gut und veranlasst, was er Ljubow Andrejewna geraten hatte. Noch während die alte Besitzerfamilie abreist, werden im riesigen Kirschgarten die ersten Bäume gefällt…

Inszenierung: Stefan Meier

Besetzung:
Ljubow Andrejewna: Elke Hartmann
Gajew: Harro Korn
Lopachin: Peter Bamler
Warja: Katja Rosin
Anja: Juliane Baldy
Simjonow- Pischtschik: Christoph Künzler
Trofimow: Manuel Kühne
Charlotta: Karo Guthke
Jepichodow: Helge Herwerth
Dunjascha: Julia Kronenberg
Firs: Wolfram Grüsser
Jascha: Nick-Robin Dietrich

Bühnenbild: Peter Aeschbacher
Kostüme: Sarah Bachmann/Sybille Welti

 

 

Echos

Der Regisseur gibt den Sprechenden und Handelnden Zeit, und damit auch dem Publikum, das somit nicht im Vordergründigen der Handlung stecken bleibt. Es vermag dem Gesprochenen nachzuhören, den Bewegungen zu folgen. Das erleichtert das Verstehen der Melancholie, die in diesem Stück enthalten ist. So lebt dieser Zusammenklang der Elemente des Theaters, gleich einer Symphonie, von den verschiedenen Einzelstimmen, von den reich diversifizierten Elementen der Mimik, Gestik und Sprache. Ein Zusammenspiel von zwölf gleich hochwertigen Solisten realsisiert eine beispielhafte Aufführung an Berns Effingerstrasse.
Seniorweb.ch, 29. April 2013

Stefan Meier lässt den Figuren Raum, ihre Geschichten zu erzählen. Da ist der altersverwirrte Diener Firs (Wolfram Grüsser), ein Relikt aus besserer Vergangenheit des Kirschgartens, der wiederholt von seiner einstigen Verhaftung erzählt. Dies geschieht vor der Kulisse des Kirschgartens, der simpel, aber wirkungsvoll mit weissem Lochvorhhang dargestellt wird (Bühnenbild: Peter Aeschbacher).
Berner Zeitung, 29. April 2013

Denn was Stefan Meier (Textbearbeitung/Regie) und das zwölfköpfige Ensemble während der vorangehenden rund zwei Stunden präsentieren, ist gute Unterhaltung mit Tiefgang. Und es ist vor allem der Abend von drei Frauen.... Elke Hartmnn als Ljubow Andrejewna tritt auf und hat mir ihrer glamourösen Ausstrahlung, der nötigen Bodenhaftung und unwiderstehlichem Charme sofort alle in der Tasche. Auch Peter Bamler als Lopachin, der mit Investitionsideen versucht, den drohenden Bankrott Ljubows abzuwenden. Bamler kann mit Hartmann mithalten, das Duo harmoniert wunderbar.
Der Bund, 30. April 2013


 
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