Schönbeck ist "Der Herr Karl"
Von Helmut Qualtinger
Mit einem Prolog von Stefan Suske

Herr Karl ist Angestellter in einem Feinkostgeschäft. Auf den ersten Blick lässt sich Herr Karl als typischer Wiener charakterisieren: Katholisch, freiheitsliebend und ewiger "Raunzer". Seine Gedanken und Nörgeleien über "Gott und die Welt" verbreitet er ungeniert und ohne sich seiner eigenen Peinlichkeit bewusst zu sein. Doch nach und nach entpuppt sich hinter seiner scheinbar harmlosen Fassade ein schmieriger Wendehals und Mitläufer, der sich wie ein Fähnlein im Winde den jeweils herrschenden politischen Verhältnissen anpasst. Als Kirche und Staat 1934 faschistische Gedanken verbreiten, wird Herr Karl, der bis dato Sozialist gewesen ist, zu einem Anhänger der Christlichsozialen. Nach dem Einmarsch der Nazis 1938 wechselt er sofort ins rechte politische Lager, nach 1945 bemüht er sich den Besatzungsmächten dienlich zu sein. Herr Karl nützt jedoch nicht nur die Anpassung seiner politischen Meinung, um Vorteile zu erlangen. Sein Egoismus zieht sich durch sein gesamtes Leben. Er selbst sieht sich natürlich als "Mann von Welt", dabei ist er nur ein skrupelloser Profiteur, ein Drückeberger und Anpasser - ein "repräsentativer Kleinbürger" eben.